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PATSCHKAU - DIE SCHATZGRÄBER IM PELKENBERG

 

 

In alten Zeiten, als der Fürst Bolko I. eine Burg  auf dem Pelkenberg errichtete, fühlten sich die Besitzer der sich in der Nähe befindenden Patschkauer Burg unsicher. Sie befehlten, das Schloss von Bolko völlig zu vernichten. In der Stadt verbreitete sich sofort ein sensationelles Gerücht...                                                                                                                                                                                                               Es hieß, dass im Pelkenberg ein großer Schatz vergraben sein soll. Wer den Schatz heben wollte, könnte es nur in der Mitternachtsstunde machen und dürfte dabei kein Wort sprechen. Ein paar beherzte Männer entschlossen sich, eines Nachts den Schatz zu heben. Als sie gruben, tauchten plötzlich allerlei Spukgestalten auf und flogen um sie herum. Obwohl ihnen dabei die Haare zu Berge standen, ließen sie sich dennoch in ihrer Arbeit nicht stören, sondern gruben schweigend weiter. Plötzlich stießen ihre Schaufeln auf etwas Hartes. Es war eine Kiste voll funkelnden Goldes. In freudiger Aufregung fangen sie an, die Kiste in die Höhe zu heben. Da tauchten mit einem Mal vor ihnen zwei Männer auf; jeder von ihnen trug einen hölzernen Balken. Sie begannen aus den Balken einen Galgen herzurichten. Hierauf fragte der eine der Männer den anderen: „Wen nehmen wir zuerst?“ Mit dumpfer Geisterstimme antwortete dieser: „Den mit dem grauen Rock und dem langen Zopf!“ Da erschrak der so Bezeichnete und begann zu schreien. Im selben Augenblick waren der Spuk, die unheimlichen Männer, der Galgen und die Kiste verschwunden, und die beiden Schatzgräber mussten wieder heimkehren. Die Zeit lief. Inzwischen wurde hier eine Kapelle errichtet. Später wuchs an jener Stelle ein Kastanienbaum. Heutzutage gibt es hier weder Schloss noch Kapelle noch Kastanienbaum, und die ältesten Bewohner vergaßen schon den Schatz.                                                                                   

Texte: Kazimierz Staszków, Übersetzung: Izabela Kicak (Sagen und Mythen aus dem Grenzland des Neisser- und Altvaterlandes - Nysa 2005).